Weihnachtsbrief der Om’s 2021

Liebe Ministranten, liebe Eltern, liebe Freunde, 

Weihnachten steht vor der Tür. 

Auch in diesem Jahr verzichten wir auf die Jahreshauptversammlung kurz vor Weihnachten. Die Gründe hierfür kann man leider jeder Titelseite, jeder Tageszeitung entnehmen 😉

Dennoch lassen wir es uns auch in diesem Jahr nicht nehmen, unsere Weihnachtgrüße an Euch zu richten. Im letzten Jahr haben wir in unserem Weihnachtsbrief den Johannes- Prolog vom ersten Weihnachtsfeiertag zitiert. Schauen wir dieses Jahr etwas zurück und versetzen uns an den ersten Heiligen Abend der Menschheitsgeschichte. Die Geschichte kennt Ihr natürlich alle bis ins letzte Detail. Habt ihr euch schon mal überlegt, wie die Menschen damals lebten? Ich möchte Euch hier in einigen Stichpunkten einen kleinen Eiblick geben: 

Die Menschen lebten in sehr kleinen Häusern, meist mit flachen Dächern aus Lehm und Stroh. In den Wohnungen der Menschen war es dunkel und kalt. Die Familie war groß und oft haben noch Tiere mit im Haus  gewohnt.  Wasser kam auch nicht aus der Leitung, sondern musste am Brunnen im Dorf geholt werden. Ihr könnt Euch vorstellen, wie rau, dunkel und kalt diese Zeit war. Sicherlich hat unser Vater im Himmel gerade deshalb am allerersten Weihnachtsfest zu dieser einmaligen Maßnahme gegriffen und gebar durch  Maria das Licht der Welt. 

Schwenken wir die „Kamera“  zurück zu uns nach Mingolsheim. Auch wir erleben dieser Tage ungemütliche Zeiten. Zugegeben: Mit den Lebensumständen von vor 2000 Jahren verglichen, geht es jedem von uns heute deutlich besser als den Menschen damals. Dennoch hat jeder von uns in diesen Tagen seine ganz persönliche Last zu tragen. Seit Euch gewiss: Auch und gerade heute scheint uns durch das kleine Jesuskind in der Krippe das Licht der Welt entgegen. Stehen wir also auch dieses Jahr getrost  vor der Krippe und sagen: „Ja- Christ der Retter ist da.“

Dass wir dieses Fest nach über 2000 Jahren noch wie am ersten Tag feiern, fasziniert mich jedes Mal aufs Neue. Zeitgleich stellt man sich doch aber auch die Frage, ob man es auch in den nächsten 2000 Jahren noch in dieser Form feiern wird?

Die Frage nach der Zukunft der Kirche beantworte ich persönlich immer gerne mit einem Hinweis auf unsere Ministranten. Wir sind Teil der Zukunft der Kirche. Dieser Aufgabe sind wir uns bewusst und nehmen Sie gerne an. Ministrant sein ist alles andere als einfach. Durch die stetige Kritik an der Institution Kirche, rückt das Positive der Ministranten auch medial eher in den Schatten. Dass ihr euch davon nicht habt abbringen und nicht beeindrucken lassen, rechnen wir alle euch sehr hoch an.

Auch wir als Ministranten  stellen uns regelmäßig die Frage nach der Zukunft unserer eigenen Gemeinschaft. Nach reiflicher Überlegung und aus freiem Entschluss haben wir uns für das kommende Jahr für einige personelle Veränderungen entschieden, die aus meiner Sicht aktuell mit Weitsicht und zum Wohle der ganzen Gemeinschaft sind. Jochen und ich werden zum 01. Januar das Amt des Oberministranten abgeben. Nach 13 Jahren, die Jochen dieses Amt übernommen hat und nach meinen 6 Jahren wird es Zeit neue Impulse zu setzen.  Ich bin dankbar, dass unsere liebe Kollegin und Freundin Anna-Maria die Ministranten weiterführen wird. Auf ihre Tatkraft, Unterstützung und Ideen konnten wir uns in all den Jahren immer stützen. Anna- Maria hatte bisher einen großen Anteil am Zusammenhalt des Teams und sie wird nun als Fels in der Brandung, mit vielen neuen Impulsen unsere tolle Gemeinschaft weiterhin begleiten und für die Zukunft rüsten. Ich denke gerade jetzt zurück an viele gemeinsame Veranstaltungen und Treffen, Gottesdienste und Ausflüge, Grillfeste und Filmeabende und kann nur eins sagen: Danke für die gute Zusammenarbeit!

Ihr könnt Euch gewiss sein, dass wir uns diese Entscheidung nicht leicht gemacht haben, wir verzichten aber aus Überzeugung. In Zukunft gilt es die Gemeinschaft wieder an einen Tisch zu holen, den Lockdown quasi bildlich zu öffnen und wieder „Leben einzuhauchen“ Dazu ist gerade jetzt der beste Zeitpunkt.

Wir gehen der Gemeinschaft auch nicht verloren. Gerne sind wir weiterhin da, feiern mit euch großartige Liturgien genauso wie gesellschaftliche Feste. Wir freuen uns auch, gemeinsame Veranstaltungen  mal von der „Besucherseite“ zu erleben;-) 

Nicht versäumen möchten wir es auch über diesen Weg Danke zu sagen.

Danke an alle, die uns in den letzten Jahren unterstützt, motiviert und manches Mal auch eingebremst haben. 

Danke den vielen jungen Ministranten, die sich in unserer gemeinsamen Zeit auf uns eingelassen und den Dienst am Altar mit Freude angetreten haben.

Dank geht auch an die Damen der Pfarrbüros, an die vielen Ehemaligen, unsere Kollegen der Seelsorgeeinheit für die stets hervorragende Zusammenarbeit. Bewahrt euch diese Zusammenarbeit, den Dialog und die Freundschaft mit unseren vielen Hauptamtlichen, genauso wie mit allen Gruppierungen  der Seelsorgeeinheit. Das sind sicherlich wichtige Grundlagen für das zukünftige Bestehen der Ministranten und der Kirche vor Ort. Danke selbstverständlich aus an unseren Freund Thomas für sein stets offenes Ohr und seine liebevolle Unterstützung.

Ein herzliches  Dankeschön auch an Wolfgang, für all seine Unterstützung, das Ermöglichen von Ideen sowie die freundschaftliche Zusammenarbeit.

Der größte Dank allerdings geht an jeden einzelnen von euch. Ohne euch und euer Engagement wäre unsere Arbeit nicht nur überflüssig, sondern auch ohnmächtig gewesen. Danke aber vor allem für all die Freundschaften, die in dieser Zeit entstanden sind und auch weiterhin bestehen werden. 

Ich wünsche der Gemeinschaft der Ministranten immer gute Entscheidungen, viel Mut für das Neue, Ausdauer und die Kraft, schwierige und weitreichende Entscheidungen  gemeinsam gut zu meistern. Verliert dabei bitte nicht den Blick nach oben, denn nur von dort aus kommt die größte Hilfe und Unterstützung. 

Feiern wir jetzt also Weihnachten – mit allen Sinnen. Fiebern wir in diesen Tagen dem Retter und dem Licht der Welt entgegen. Er wird unsere Welt  erleuchten und zum strahlen bringen. 

Frohe Weihnachten, Euch und Euren Familien 

Für alle Oberministranten 

Florian